Das FESERGY-Projekt konzentrierte sich auf die Verbesserung von Festuca-Arten für die Nutzung als Energiegräser auf Grenzertragsflächen. Die Arbeit war in vier große Arbeitspakete unterteilt. Im ersten Paket, 1-11, wurde im Rahmen des Züchtungsprogramms Material sowohl von Festuca pratensis (Weizengras) als auch von Festuca arundinacea (Weidelgras) ausgewählt und rekombiniert. Im zweiten Paket, 12-15, wurde das diploide Festuca pratensis tetraploidisiert und eine zweite Runde der Rekombination durchgeführt. Das letzte Paket koordinierte einen Demonstrationsanbau der ausgewählten Festuca-Linien an drei marginalen Standorten und verglich ihre Leistung mit Lolium-Arten.
Für die Auswahl der Genotypen stellte der Deutsche Verband für Saatgutverbesserung (DSV) eine Keimplasmasammlung von etwa 4.000 Einzelpflanzen jeder Art zur Verfügung. Die Auswahlkriterien basierten auf einer neunstufigen Qualitätsskala, wobei 9 die beste Eignung für die Züchtung von Energiegräsern anzeigt. Für Festuca pratensis waren die Schwellenwerte: Biomasse vor dem ersten Schnitt >4, Biomasse vor dem zweiten Schnitt >5, Pflanzenqualität nach dem zweiten Schnitt >6 und Blattgesundheit >6. Diese Kriterien führten zur Auswahl von 240 Genotypen, die sich auf 40 verschiedene Populationen verteilen. Für Festuca arundinacea lauteten die Kriterien: Pflanzendichte im ersten Wachstum >5, Rostbeständigkeit >6, Wachstumsgeschwindigkeit im Frühjahr >5, Biomasse vor der Energiewende >3, Gesundheit der Blätter >6, und Langlebigkeit der Blätter >5. Zehn Populationen erfüllten die Kriterien, und obwohl das Ziel von 24 Genotypen pro Population nicht vollständig erreicht werden konnte, wurde eine vergleichbare Anzahl hochwertiger Linien ausgewählt.
Die Tetraploidisierung von Festuca pratensis umfasste eine Chromosomenverdopplung, gefolgt von einem zweiten Rekombinationszyklus, mit dem Ziel, das Biomassepotenzial und die Stresstoleranz zu erhöhen. Die Markeranalyse und -interpretation wurde während des gesamten Projekts durchgeführt, wobei die DNA von ausgewählten Pflanzen extrahiert und vom Team der ETH Zürich analysiert wurde. Die molekularen Marker leiteten den Aufbau synthetischer Linien mit erwünschten Merkmalen.
Bei den vom Julius Kühn-Institut (JKI) geleiteten Demonstrationsversuchen wurden die ausgewählten Festuca-Linien neben Lolium-Arten auf marginalen Standorten angepflanzt. Durch Feldbeobachtungen wurden der Biomasseertrag, die Pflanzendichte und die Langlebigkeit der Blätter erfasst. Zwar werden in der Zusammenfassung keine konkreten Ertragszahlen genannt, doch lieferten die Versuche vergleichende Daten über die Leistung von Festuca und Lolium unter Bedingungen mit geringer Fruchtbarkeit. Die Ergebnisse sollen als Grundlage für ein mögliches gemeinsames Folgeprojekt dienen.
Die Zusammenarbeit stand bei diesem Projekt im Mittelpunkt. Die DSV stellte das Keimplasma und die ersten phänotypischen Daten zur Verfügung. Die ETH Zürich steuerte molekulares Fachwissen bei, indem sie DNA extrahierte und Markerdaten interpretierte, um die Konstruktion synthetischer Linien zu verfeinern. Das JKI koordinierte die Feldversuche und sorgte für ein einheitliches Management an allen Standorten. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft unter dem Förderkennzeichen 22016209 gefördert. Der Gesamtzeitrahmen erstreckte sich über mehrere Jahre und gipfelte in diesem Abschlussbericht, der die technischen Ergebnisse zusammenfasst und Perspektiven für die zukünftige Forschung aufzeigt.

