Der Bericht, der von der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission und der Health Emergency Preparedness and Response Authority erstellt wurde, bewertet die derzeitige Technologielandschaft zur Unterdrückung der Übertragung von Krankheitserregern über die Luft in Innenräumen. Es werden zwei Haupttechnologiegruppen unterschieden: Nachweissysteme, die luftübertragene Krankheitserreger in Echtzeit identifizieren, und Dekontaminationsgeräte, die Krankheitserreger aus der Luft und von Oberflächen entfernen oder neutralisieren. Die Bewertung erfolgt anhand einer Reihe von Leistungskriterien wie Nachweisgrenze, Reaktionszeit, Dekontaminationsleistung, Energieverbrauch und Wartungsanforderungen. Das Dokument enthält zwar keine expliziten Zahlenwerte für jede Technologie, berichtet aber, dass mehrere Kandidaten unter Laborbedingungen Nachweisgrenzen von weniger als 10^2 Partikeln pro Kubikmeter und Dekontaminationswirkungsgrade von über 99 % für virale Aerosole erreichen. Die Reifebewertung stuft die meisten Detektionsplattformen auf die Technologiebereitschaftsstufe 4-5 ein, was auf das Prototypenstadium hinweist, während einige Dekontaminationseinheiten die Stufe 6-7 erreicht haben und damit für den Piloteinsatz bereit sind. Die Bewertung der Auswirkungen, die aus Expertenbefragungen und partizipativen Workshops abgeleitet wurde, stuft UV-basierte Luftreiniger und hocheffiziente Partikelfilter (HEPA) als hochwirksame Lösungen für den sofortigen Einsatz ein, während neuartige, mit Nanomaterialien beschichtete Oberflächen als vielversprechend, aber weniger ausgereift gelten.
Die Studie zeigt auch die treibenden Kräfte, Befähiger und Hindernisse auf. Zu den wichtigsten Triebkräften gehören der behördliche Druck zur Verbesserung der Luftqualität in Innenräumen, die steigende Nachfrage der Öffentlichkeit nach sichereren Räumen und die wirtschaftlichen Kosten des Ausbruchs von Atemwegserkrankungen. Als förderlich werden Fortschritte bei der Miniaturisierung von Sensoren, kostengünstige UV-LED-Technologie und die Integration in Gebäudemanagementsysteme angesehen. Zu den Hindernissen gehören die begrenzte Standardisierung von Leistungskennzahlen, hohe Anfangskosten und Unsicherheiten hinsichtlich der langfristigen Wirksamkeit in der Praxis. In der Vorausschau werden Szenarien wie eine künftige Pandemie mit einem hochgradig übertragbaren Krankheitserreger in der Luft, eine Ära nach der Pandemie mit strengeren Belüftungsstandards und eine normalisierte Nutzung von Luftreinigungstechnologien in Geschäfts- und Wohngebäuden untersucht. Die Empfehlungen fordern harmonisierte Testprotokolle, eine gezielte Finanzierung für hochwirksame Dekontaminationsgeräte und politische Anreize, um die Einführung zu beschleunigen.
An der Erstellung des Berichts war ein multidisziplinäres Team der GFS in Ispra und Brüssel, des HERA-Büros in Brüssel und externer Experten aus Universitäten und der Industrie beteiligt. Zu den Autoren gehören Ana Ruiz-Moreno, Francesco Fumagalli, Andrea Valsesia und andere von der JRC sowie Dina Ashour und Andreas Prenner von HERA. Das Projekt wurde von der Europäischen Kommission im Rahmen ihres Programms zur Vorbereitung auf Gesundheitskrisen finanziert. Der Zeitrahmen umfasste die COVID-19-Pandemie und erstreckte sich auch auf die Forschungsagenda nach der Pandemie. Die gemeinsame Anstrengung kombinierte Sekundärforschung, Expertenbefragungen und einen partizipativen Workshop, um eine umfassende Bewertung von Technologien zur Luftqualität in Innenräumen zu erstellen, die die Übertragung von Krankheitserregern über die Luft eindämmen sollen.

